Überall Geschichte

werkraum bild und sinn

Ebenen und Grenzen der Fotografie

 

 

Überall Geschichte.

 

Nationalsozialismus und Kriegsende 1945 –

Denkmale, Erinnerungszeichen und historische Orte im Landkreis Spree-Neiße

 

Fotografien: Christian Herrnbeck

Recherche und Texte: Alexandra Klei

 

14. August 2015 (Eröffnung 20 Uhr) bis 29. August 2015

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag ab 16 Uhr

Eintritt: frei

 

 

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Erinnerung an den Nationalsozialismus, und dabei besonders an seine Opfer, in Deutschland etabliert. Neben den großen und zentralen nationalen Gedenkorten existiert eine Vielzahl von Denkmalen, die sich auf lokale Geschichte beziehen. Die Ausstellung „Überall Geschichte“ dokumentiert für den südbrandenburgischen Landkreis Spree-Neiße 103 Denkmale, Erinnerungszeichen und Orte. Dieser Fokus auf die Region erlaubt es, zum einen den Blick auf die Diversität der Gedenkzeichen zu werfen und zum anderen daran anschließend die Frage nach erinnerten und nichterinnerten historischen Ereignissen und Orten zu stellen. Des Weiteren verdeutlicht die Ausstellung, welches Gedenken zu welcher Zeit eine Rolle spielte: Während in den ersten Jahrzehnten zahlreiche sowjetische Ehrenmale und –friedhöfe sowie Gedenkanlagen für die Opfer des Faschismus entstanden, etablierten sich in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem Erinnerungszeichen für zerstörte Synagogen und jüdische Friedhöfe, für Einzelpersonen, Verfolgte des Stalinismus, Opfer von Krieg und Gewalt, deutsche Soldaten und Heimatvertriebene. All diese Gedenkorte ermöglichen heute zudem einen Blick auf den Status, den Erinnerung in der Gegenwart hat: Manche der Anlagen sind verwahrlost und ihr Zustand zeugt davon, dass es weder gesellschaftliche Gruppen noch Einzelpersonen gibt, die diese Orte für ein aktives Gedenken annehmen, benötigen oder nutzen. Die Betrachtung der historischen Ereignisse und Abläufe, der Strukturen und Verantwortlichkeiten verdeutlicht des Weiteren die nach wie vor bestehenden Lücken und Leerstellen der Erinnerung. So spielt beispielsweise die Zwangsarbeit in der Landwirtschaft sowie in zahlreichen mittelständischen und größeren Betrieben in der öffentlichen Erinnerung keine Rolle. Selbst vormals existente Gräber verstorbener Zwangsarbeiter/innen sind heute an einigen Orten nicht mehr aufzufinden. Das Projekt verweist auch auf Leerstellen wie diese.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der 103 Fotografien, die im Zuge des Projektes entstanden und in der zugehörigen Publikation den Informationstexten gegenüber gestellt sind.

 

Zum begleitenden Buch der Ausstellung

 

Das Projekt ist als Wanderausstellung konzipiert. Dafür wurden 50 Fotografien ausgewählt, die je nach örtlichen Gegebenheiten in unterschiedlicher Anzahl und/oder mit unterschiedlichen inhaltlichen/geografischen Schwerpunktsetzungen zusammengestellt werden können. Bei Interesse bitten wir um Kontaktaufnahme per Email an werkraum_bildundsinn@gmx.de.

 

Presseartikel zum Begleitbuch der Ausstellung:

http://www.lr-online.de/regionen/forst/Buch-sucht-Spuren-des-Zweiten-Weltkrieges;art1052,4985288

 

Das Projekt wurde gefördert vom Landkreis Spree-Neiße im Rahmen des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN.