665 seconds New York

werkraum bild und sinn

Ebenen und Grenzen der Fotografie

 

 

665 seconds New York

 

Fotografin: Alexandra Klei

 

25. April (Vernissage 19:30 Uhr) bis 14. Mai 2014

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 16 Uhr

Bildprojektion auf Anfrage

Eintritt: frei

 

Ständig anwesend, griffbereit und von den Hürden der Bedienung befreit ist das iphone nicht Kamera sondern künstlicher Körperteil. Galt die Fotografie bislang als mechanische Verlängerung des Auges, als objektivierter Blick, verschmelzen das iphone und ähnliche mobile Geräte mit der Hand und verlängern den Arm. Ein externalisierter, bedienbarer Teil des Gehirnes, eine Gedächtnisprothese, deren Inhalte aus iphone-Fotos bestehen. Durch Selbstverständlichkeit und Spontanität von gestalterischen Mühen befreit, stellt das iphone-Foto eine neue Bildkategorie dar, deren Zweck nicht darin besteht Realität abzubilden, sondern da zu sein. Die in der klassischen Fotografie implizite Aussage „Ich bin / war da“ wird zur expliziten, oftmals einzigen Aussage des iphone-Fotos. Die Prothese ist an den Träger gebunden.

 

604.800 Sekunden Aufenthalt in New York im September 2010. 665 iphone-Bilder, die unbearbeitet, in der Reihenfolge ihrer Entstehung für jeweils eine Sekunde auf einer Großbildleinwand projiziert werden. Teil der Präsentation ist die Möglichkeit der Besitzerin des iphone via e-mail werkraum_bildundsinn@gmx.de und via facebook sowie handschriftlich vor Ort Fragen stellen zu können: zum Projekt, zur Intention, zu den Bildern, zu New York, zum iphone. Die Antworten sind auf facebook zu lesen und werden zusätzlich nach und nach die Wände des Ausstellungsraums bedecken.