Adolf Burger

werkraum bild und sinn

Ebenen und Grenzen der Fotografie

 

 

Adolf Burger: Číslo 64401 mluví.

(Nummer 64401 berichtet.)

 

„...man kann so ein dickes Buch schreiben, niemand kann sich das vorstellen,

wie ein Mensch damals ausgeschaut hat.“

 

01. Juni (Vernissage 19:00 Uhr) bis 22. Juli 2014 (Finissage)

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 16 Uhr

Bildprojektion auf Anfrage

Eintritt: frei

 

Am 7. Mai 1945, einen Tag nach der Befreiung des KZ-Außenlagers Ebensee/Österreich durch amerikanische Truppen, organisierte sich Adolf Burger unter Lebensgefahr eine Kamera. Er machte 10 Fotografien seiner Mithäftlinge. Ergänzt durch Bildtitel veröffentlichte er diese Aufnahmen in seinem noch 1945 im Eigenverlag erschienenen Bericht über seine Lagerzeit. Er sah diese Fotografien als notwendige Beweismittel an, die der Faktizität seines sprachlichen Zeugenberichtes etwas hinzufügen; den Anblick des Menschen, geprägt von der Wirklichkeit in den Lagern und den Todesmärschen der Evakuierungen. Adolf Burgers Bildserie gehört zu jenem Kanon von Bildern, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik zum Zeitpunkt der Befreiung der Lager visualisieren. Der Unterschied zwischen seinen Bildern und denen alliierter Fotografinnen und Fotografen ist in seinen Erfahrungen zu sehen; er selbst war Häftling.

 

Adolf Burger (* 1917 Großlomnitz, Österreich-Ungarn, heute Slowakei) ist Überlebender des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Von dort wurde er als Drucker dem Fälscherkommando zugeteilt, das im Rahmen des "Unternehmens Bernhard" im KZ Sachsenhausen unter anderem britische Pfundnoten fälschen mußte. Ende Februar 1945 begann die Evakuierung des Fälscherkommandos, die Burger nach mehreren Zwischenstationen in das KZ-Außenlager Ebensee/Österreich führte. Unter dem Titel "Die Fälscher" wurde die Geschichte des Fälscherkommandos aus dem KZ Sachsenhausen 2007 verfilmt. Der Film erhielt 2008 einen Oscar.

 

Im werkraum bild und sinn werden die 10 Fotografien mit ihren Bildtiteln zum ersten Mal als Bildreihe ausgestellt. Die Ausstellung wird ergänzt durch Texte und Videos zur Lebensgeschichte Adolf Burgers.

 

 

 

 

 

„Wenn der so bekloppt ist und durch die Scheibe läuft…“

 

Guben 15 Jahre nach der tödlichen Hetzjagd auf Farid Guendoul

 

12. (Vernissage 18 Uhr) bis 29. Mai 2014

Ort: Ladenlokal Opferberatung Dresden, Bautzner Straße 45-47, Dresden

Eintritt: frei

 

Die Opferberatung Dresden des RAA Sachsen e.V. präsentiert vom 12. bis 28. Mai 2014 die Erinnerungsinstallation „Wenn der so bekloppt ist und durch die Scheibe läuft…“ anlässlich des 15. Todestag Farid Guendouls in Dresden.

Gemeinsam mit den Künstler_innen sind alle herzlich zur Vernissage am Montag den 12. Mai 2014 um 18 Uhr eingeladen (Ladenlokal Bautzner Straße 45-47 – im gleichen Haus in dem die Opferberatung Dresden des RAA Sachsen ihren Sitz haben).

 

Für musikalische Unterhaltung sowie Getränke und Speisen wird gesorgt.

 

www.raa-sachsen.de

www.re-guben.de

 

Die Ausstellung wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden

 

Mehr inhaltliche Infos zur Ausstellung